Planung

Bald geht es los auf den zweiten Ausbildungs- und Meilentörn und deswegen wollte ich einmal einen Abriss geben was schon geplant ist und was noch zu tun ist.

Der Törn startet Samstag am 12.10. in Cagliari auf Sardinien und endet eine Woche später in Palermo auf Sizilien. Ich komme bereits Freitag den 11.10. in Palermo an und fliege dann nach Cagliari. Mein Rückflug von Palermo nach Zürich geht dann am 20.10. Nachdem ich auch meine Automatikweste in den Flugzeugen mitnehmen will muss ich noch die Fluglinien über diesen Umstand informieren. Dies sollte kein Problem darstellen, weil seit Anfang 2019 ist es seitens der IATA erlaubt Automatikwesten im Gepäck mitzuführen. Darüberhinaus muss ich mir noch eine Übernachtung in Cagliari und eine in Palermo organisieren.

Abgesehen davon ist eigentlich alles bereit. Am letzten Törn wurde das Ölzeug noch gar nicht wirklich eingeweiht, aber diesmal gehe ich davon aus, dass es mehr Einsatz sehen wird. Ich bin auch gespannt auf die ersten Nachtfahrten und wie es mir dabei gehen wird.

Ursprünglich war geplant auf der Boingo Alive, einer Grand Soleil 50, den Törn durchzuführen, allerdings verlor diese im Frühjahr ihr Ruder, wurde aufgegeben und treibt seitdem im Atlantik. (Hier nachzulesen) Deswegen wurde nun seitens der Veranstalter umdisponiert und sie waren in der Lage einen Ersatz zu organisieren. Und so kann der Törn auf einer Sun Odessey 449 Bj. 2019 durchgeführt werden. Auch nicht schlecht würd ich mal sagen.

Die anderen Teilnehmer und den Skipper kenne ich noch nicht aber das, so denke ich, wird kein gröberes Problem darstellen. Selbst wenn man nicht alle sympathisch finden sollte sehe ich das unproblematisch. Wir sind nicht auf dem Törn um neue Freunde zu finden sondern um Erfahrungen zu sammeln.

Ich bin jedenfalls sehr gespannt auf den Törn und werde hier darüber weiterhin informieren.

Kontext

Herzlich willkommen auf meinem Segelblog. Ich habe diesen Blog eingerichtet, damit meine Familie und Freunde auf dem Laufenden bleiben können wenn ich gerade am segeln bin, allerdings hoffe ich auch, dass er auch für andere Menschen von Interesse ist und deswegen erst einmal ein wenig Kontext.

Als Junge war ich mit meinen Eltern gelegentlich in der Bretagne auf Urlaub wo ich meine ersten Segelerfahrungen in einer Segelschule sammeln durfte. Auch haben meine Eltern damals mit uns einmal einen Segeltörn inklusive Skipper durchgeführt. Seitdem hat mich das Segeln eigentlich immer fasziniert. Allerdings habe ich diese Leidenschaft dann über zwei Jahrzehnte nicht weiterverfolgt. Meine Frau hat mich vor 2 Jahren dann einmal gefragt wieso ich das nicht mache wenn ich denn soviel Spass dabei hatte. Gute Frage. Also wurde der Entschluss gefasst den Segelschein zu machen. In der Schweiz lebend, ist der Segelschein erst einmal der Schiffsführerausweis für Binnengewässer. Nachdem meine Frau auch immer schon ein Faible für das Meer und Schiffe unter Segeln gehabt hat, haben wir uns dazu entschlossen den Segelschein gemeinsam zu machen. So machten wir im März 2018 die theoretische Segelprüfung am Strassenverkehrsamt und bald anschliessend begannen wir mit der praktischen Ausbildung bei einer Segelschule am Bodensee.

Erst nutzen wir jeden freien Samstag um Segelunterricht zu nehmen, allerdings wuchs dies meiner Frau ein wenig über den Kopf nachdem sie an den Wochenenden auch ihrer berufsbegleitenden Ausbildung nachging, also machte ich erst einmal alleine weiter. Im Sommer nahm ich dann noch eine Woche lang Segelstunden im Block und anschliessend durfte ich zur Prüfung antreten welche ich dann ohne weitere Probleme bestand.

Nachdem der Bodensee allerdings nicht das windreichste Gewässer ist, vor allem dann nicht wenn es auch schönes Wetter gibt, fiel ziemlich schnell der Entschluss, dass wir auch am Meer segeln wollen und so fing ich mit der Ausbildung zum Hochseeschein an. So fing ich Ende Oktober 2018 an Theorieunterricht zu besuchen in dem uns das Wissen für die schriftliche Hochseeprüfung vermittelt wurde. Diese Prüfung war ungleich schwieriger als die Theorieprüfung für die Binnengewässer und so musste ich einen Teil der Prüfung auch wiederholen, wobei es dann beim zweiten Anlauf keinerlei Probleme mehr gab.

Nach bestandener Prüfung geht es nun daran 1000 Seemeilen auf dem Meer zu segeln bevor mir der Hochseeausweis ausgestellt werden kann. Die ersten 303 Seemeilen konnten meine Frau und ich im Juli dieses Jahres im Norden der Bretagne ab St. Malo in unserem Kielwasser sammeln wobei wir auch die Kanalinseln Jersey und Sark ansteuerten. Die ersten Meilen gleich in einem absoluten Tidengewässer. In jenem Gewässer welches auch für die Theorieprüfung herhalten musste und so war auch die Freude gross als wir an den Minquiers-Tonnen in Sichtweite vorbeifuhren nachdem wir diese in der Theorie schon gefühlte tausend mal angepeilt, angesteuert oder umrundet haben.

Auch habe ich vor dem ersten Törn auch die SRC-Funkberechtigung erworben um auf See auch Funkeinrichtungen auf den Yachten bedienen zu dürfen.

Der weitere Plan ist nun mitte Oktober von Cagliari auf Sardinien nach Palermo auf Sizilien zu segeln. An diesem Punkt steigen wir jetzt in den Blog ein und Sie, meine werten Leserinnen und Leser, können den weiteren Verlauf unserer Segelreisen hier mitverfolgen.

Viel Spass dabei.

Es gab bislang keinen bedeutenden Mann, der sein ganzes Leben auf dem Festland verbrachte.

Herman Melville