Nachworte zum zweiten Törn

Ich bin sehr froh weitere 343 Seemeilen auf meinem Konto zu haben wobei ich jetzt insgesamt auf 646 Meilen gekommen bin. Ich habe auch viele wertvolle Erfahrungen gemacht und einiges gelernt. Ich fühle mich im Umgang mit einem Schiff in dieser Größe wesentlich sicherer.

Wenn man mit 5 weiteren Fremden an Board eines Schiffes ist (auch wenn es mit 13 Metern doch nicht das kleinste war, klebt man trotzdem aufeinander) kann es durchaus vorkommen, dass einem nicht jede Person super sympathisch ist. Diesmal war es so, dass ich mich in der Umgebung einer Person nicht sonderlich wohl fühlte. Da muss man dann aber durchaus darüber stehen und sachlich bleiben. Man kann dem nicht entkommen also muss man sich darauf einstellen und eben damit für sich umgehen. Man kann die Konversation dann schon auf das nötigste reduzieren. Im Prinzip ist es wie im Job. Da kann es auch zu Situationen kommen wo man mit anderen Menschen zusammenarbeiten muss mit denen man nicht befreundet wäre.

Zum Glück ging es mir nicht mit allen so. Vom Skipper zum Beispiel fühlte ich mich gewertschätzt indem er mir immer wieder Aufgaben übertrug von denen ich das Gefühl hatte, dass diese von jemandem durchgeführt werden, der bereits ein bisschen Erfahrung hat. Grundsätzlich hatte jeder von uns den Binnenschein, aber Andi und ich waren die Einzigen die bereits auf dem Meer Erfahrung gesammelt hatten und nur ich habe diese im Rahmen eines Ausbildungs- respektive Meilentörns gesammelt.

Trotz der zuvor 300 ersegelten Meilen hat mich die Dünung an den ersten Tagen ein bisschen am kalten Fuß erwischt und ich durfte mich nicht unter Deck aufhalten weil mich dabei die Übelkeit überkam. Dies verbesserte sich mit der Zeit. Ich habe allerdings eine für mich recht gute Strategie entwickelt damit umzugehen. Ich musste die Augen schließen und mich hinlegen. Am besten auf die Seite. Nach einiger Zeit legte sich das flaue Gefühl im Magen wieder und ich war wieder einsatzbereit. Mit einem Mal verstand ich die Segler die sich am Boot von Konserven ernähren. Diese kann man nämlich mit minimaler Zeit unter Deck zubereiten und so die Seekrankheit bei Seegang vermeiden. Abgesehen davon, dass die Krängung, das Stampfen und Rollen richtiges Kochen äußerst mühsam machen. Ohne einer geraden Fläche ist zum Beispiel das Schneiden von Lebensmitteln super mühsam und man muss die ganze Zeit aufpassen, dass die Dinge nicht in der Gegend herumfliegen. Das ist vor allem auf langen Schlägen ein Thema wo man zwischendurch auch warm essen möchte.

Auch im Umgang mit dem Dinghi bin ich um einiges schlauer geworden. Hier hatte ich mit den beiden erlebten Törns eine ziemlich steile Lernkurve. Erstens im Umgang mit dem Motor und zweitens mit so Überlegungen, dass man nich an einen Strand fährt wenn es Dünung gibt. Die macht die ganze Angelegenheit nämlich zu einer reichlich feuchten Angelegenheit.

Im Großen und Ganzen bin ich mit dem Törn sehr zufrieden und ich habe mein Ziel erreicht weitere Meilen und Erfahrung zu sammeln. Natürlich hätte ich meine Familie gerne bei mir gehabt. Abgesehen davon, dass ich meine Familie einfach gerne in meiner Nähe habe, fehlte mir auch die Ansprache und der Austausch mit meiner Frau die mich in manchen Situationen wieder aufbaut und in anderen hilft mich zu reflektieren. Aber Ziel ist es ja in Zukunft nur mit der Familie segeln zu gehen und dazu müssen die Meilen einfach ersegelt werden.

Ich hoffe, das meine Leserinnen und Leser auch Spaß daran haben meine Erlebnisse mitzuverfolgen und ich werde hier auch wenn ich nicht gerade auf Törn bin meine Gedanken rund ums Segeln in diesem Blog kundtun.

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